Börsenlexikon
Teilausführung ist die anteilweise Erfüllung eines Börsenauftrags, bei der die an der Börse verfügbare Menge nicht ausreicht, um den gesamten Order eines Anlegers auszuführen.
Wenn ein Anleger einen Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren erteilt, wird dieser nicht immer vollständig auf einmal ausgeführt. Dies geschieht besonders häufig bei Orders mit großem Volumen, bei wenig gehandelten Wertpapieren oder bei Limit-Orders, deren Preisvorgabe nicht sofort erreicht wird.
Wie Teilausführungen entstehen
An der Börse treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Stellt ein Anleger beispielsweise einen Kaufauftrag über 5.000 Aktien, aber sind zu dem gewünschten Preis nur 3.000 Aktien verfügbar, werden zunächst diese 3.000 Aktien ausgeführt. Die restlichen 2.000 Aktien bleiben als offener Auftrag im Orderbuch stehen und werden erfüllt, sobald weitere Aktien zum geforderten Preis angeboten werden – oder gar nicht, wenn der Kurs sich ungünstig entwickelt.
Ein konkretes Beispiel: Ein Anleger möchte 10.000 Anteile eines ETF zu maximal 50 Euro je Anteil kaufen. Am Markt werden zunächst 6.000 Anteile zu 49,90 Euro gehandelt und ausgeführt. Der restliche Auftrag über 4.000 Anteile bleibt offen, bis entweder 4.000 weitere Anteile zum Limit von 50 Euro oder darunter verfügbar sind, oder der Anleger den Auftrag storniert.
Bedeutung für Privatanleger
Teilausführungen sind völlig normal und kein Zeichen für ein Problem. Allerdings sollten Anleger wissen, dass ihr Auftrag nicht automatisch komplett erfüllt wird. Dies ist besonders relevant bei illiquiden Wertpapieren – also solchen mit geringem Handelsvolumen – wo Teilausführungen häufiger vorkommen.
Wichtig ist auch: Bei einer Teilausführung entstehen möglicherweise mehrere Transaktionen mit separaten Gebühren, je nachdem wie der Broker die Abrechnung gestaltet. Manche Broker berechnen pro Ausführung eine Provision, andere nicht.
Verwandte Konzepte
Mit Teilausführungen eng verbunden sind die Begriffe Limit-Order (ein Auftrag mit Preisbegrenzung, der oft zu Teilausführungen führt), Market-Order (ein Auftrag zum bestmöglichen aktuellen Preis, der meist vollständig ausgeführt wird) und Liquidität (die Verfügbarkeit von Handelsvolumen, die bestimmt, wie schnell und vollständig ein Auftrag erfüllt werden kann).

