Börsenlexikon
Termingeschäfte sind Börsengeschäfte, bei denen sich zwei Parteien verpflichten, einen Vermögenswert zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt zu einem heute bereits vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
Im Gegensatz zu Kassageschäften, die sofort erfüllt werden, liegt die Erfüllung von Termingeschäften in der Zukunft – typischerweise mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre entfernt. Der Kaufpreis wird bereits heute fixiert, während die tatsächliche Lieferung oder Zahlung erst später stattfindet. Dies ermöglicht es Anlegern, sich gegen zukünftige Preisveränderungen abzusichern oder gezielt auf Kursbewegungen zu spekulieren.
Für Privatanleger sind Termingeschäfte relevant, weil sie Chancen auf Renditen bieten, aber auch erhebliche Risiken bergen. Ein Anleger kann beispielsweise heute einen Aktienindex-Future kaufen, der in 3 Monaten fällig wird. Hat sich der Index bis dahin um 5 Prozent verteuert, erzielt der Anleger einen Gewinn – allerdings wird dieser durch die Hebelwirkung vergrößert. Umgekehrt können Verluste überproportional ausfallen, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Termingeschäfte erfordern daher eine klare Risikoverwaltung und sind nicht für alle Anleger geeignet.
Die beiden Hauptformen sind standardisierte Futures und individuelle Forwards. Futures werden an organisierten Börsen gehandelt und unterliegen standardisierten Kontraktspezifikationen – etwa die Kontraktgröße oder der Verfallstag. Forwards sind individuelle Vereinbarungen zwischen zwei Parteien außerhalb von Börsen und bieten größere Flexibilität, aber auch höhere Ausfallrisiken.
Ein praktisches Beispiel: Ein Privatanleger erwartet, dass eine bestimmte Rohstoff-Sorte in 6 Monaten teurer wird. Er kauft heute einen Futures-Kontrakt auf diesen Rohstoff zum Preis von 100 Euro pro Einheit mit einer Kontraktgröße von 1.000 Einheiten. Der Gesamtwert beträgt 100.000 Euro, aber der Anleger muss nur eine Sicherheitsleistung (Margin) von beispielsweise 10.000 Euro hinterlegen. Steigt der Rohstoff nach 6 Monaten auf 110 Euro, erzielt er einen Gewinn von 10.000 Euro – eine 100-prozentige Rendite auf die hinterlegte Margin. Fällt der Preis hingegen auf 90 Euro, erleidet er einen Verlust von 10.000 Euro und verliert seine gesamte Margin.
Verwandte Begriffe sind Optionen, die dem Inhaber das Recht (aber nicht die Pflicht) geben, einen Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen, sowie Swaps, bei denen zwei Parteien Zahlungsströme austauschen. Auch Differenzkontrakte (CFDs) gehören zur Familie der Derivate und funktionieren ähnlich wie Termingeschäfte, sind aber für Privatanleger in vielen Ländern stark reguliert oder beschränkt.

