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Börsenlexikon

Ein Trendkanal ist eine Chartformation, die durch zwei parallel verlaufende Trendlinien begrenzt wird und die Schwankungsbreite eines Wertpapiers über einen längeren Zeitraum abbildet.

Der Trendkanal entsteht, wenn ein Kurs in einem bestehenden Aufwärts- oder Abwärtstrend nicht nur eine Trendlinie berührt, sondern regelmäßig zwischen zwei parallelen Linien oszilliert. Die untere Linie verbindet dabei mehrere aufeinanderfolgende Tiefpunkte (Support), die obere Linie mehrere Hochpunkte (Resistance). Diese beiden Linien bilden einen Korridor, innerhalb dessen sich der Kurs bewegt.

Für Privatanleger ist der Trendkanal ein Orientierungsinstrument, um Kauf- und Verkaufszonen zu identifizieren. Wenn ein Kurs die untere Kanallinie erreicht, interpretieren technische Trader dies häufig als Kaufsignal, da hier eine Unterstützung erwartet wird. Umgekehrt kann die obere Kanallinie als Verkaufsgelegenheit dienen. Solange der Kurs im Kanal bleibt, gilt der Trend als intakt. Ein Ausbruch über die obere oder untere Grenze signalisiert dagegen eine Trendverstärkung oder einen Trendwechsel.

Beispiel: Ein Aktienkurs notiert über mehrere Wochen zwischen 95 und 105 Euro. Die unteren Tiefpunkte liegen bei etwa 95 Euro, die oberen Hochpunkte bei etwa 105 Euro. Der Trendkanal hat eine Breite von 10 Euro. Wenn der Kurs zur unteren Linie bei 95 Euro fällt, könnten Anleger einen Kauf erwägen. Beim Anstieg zur oberen Linie bei 105 Euro könnte eine Gewinnmitnahme sinnvoll sein. Sollte der Kurs jedoch unter 95 Euro fallen und diese Unterstützung durchbrechen, könnte dies auf einen Trendwechsel hindeuten.

Die Zuverlässigkeit eines Trendkanals hängt von der Häufigkeit ab, mit der der Kurs die Kanalgrenzen berührt. Je häufiger die Grenzen getestet werden, desto aussagekräftiger ist die Formation. Allerdings ist zu beachten, dass technische Analysen auf historischen Daten basieren und keine Garantie für zukünftige Kursbewegungen bieten.

Der Trendkanal steht in enger Verbindung mit verwandten Konzepten wie der Trendlinie, die eine einzelne Linie durch mehrere Extrempunkte zieht, dem Support und Resistance Level, die einzelne Preis-Unterstützungs- und Widerstandszonen markieren, sowie dem Bollinger-Band, einem statistischen Indikator, der Kanäle auf Basis von Volatilität berechnet. Alle diese Werkzeuge dienen Anlegern dazu, Marktbewegungen systematischer zu erfassen und Entscheidungen zu strukturieren.